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Wie praktiziere ich achtsames Yoga?

Meditation als eine Form der achtsamen Praxis
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Wie praktiziere ich achtsames Yoga?

Achtsames Yoga, Achtsamkeitsmeditation, yogische Achtsamkeit –  Yoga und Achtsamkeit sind Begriffe, die häufig im selben Atemzug genannt werden. Eigentlich sollte Achtsamkeit auch dem Yoga inhärent sein, doch das muss nicht immer so sein. Gleichzeitig kannst du auch Achtsamkeit unabhängig vom Yoga praktizieren. Verwirrend, oder? Bringen wir also Licht ins Dunkel.

Was bedeutet eigentlich Achtsamkeit?

Achtsamkeit, auf Englisch “Mindfulness”, bedeutet so viel wie bewusstes Sein. Dabei wollen wir ganz im Hier und Jetzt sein, die Gedanken, das Handeln und die Reaktion beobachten und dabei die Rolle eines neutralen Beobachtenden einnehmen. Denn meistens sind wir selten im Moment, sondern gedanklich eher in der Zukunft oder auch Vergangenheit. Dazu zählen jedoch nicht nur die Gedanken, sondern auch das Handeln. Handelst du bewusst, oder aus einem Automatismus heraus? Eine alltägliche Achtsamkeitspraxis ist zum Beispiel, ein paar Momente an die frische Luft zu gehen, ohne Ablenkungen, um nur bei sich selbst zu sein und die Umgebung um sich herum wahrzunehmen.

Ein bewusstes Leben im Sinne der Achtsamkeit muss meist auch erst (wieder) gelernt werden. Insbesondere in der Kindheit ist jene Art des Lebens noch relativ präsent und auch natürlich, doch im Laufe des Erwachsenwerdens – und insbesondere im digitalen Zeitalter – verlernen wir diese angeborene Fähigkeit oft. Das bedeutet aber auch, dass wir nur wieder dahin zurückfinden müssen, wo wir schon einmal waren.

Weiter unten gebe ich dir auch Tipps, wie du mehr bewusstes Sein und Handeln in dein Leben integrieren kannst. Yoga ist zum Beispiel ein Weg dahin – oder?

Ist Yoga immer eine Achtsamkeitspraxis?

Da wir nun festgestellt haben, was Achtsamkeit bedeutet und sie auszeichnet, ist wahrscheinlich schon offensichtlich, dass eine Yogapraxis nicht notwendigerweise achtsam sein MUSS – aber es sehr wohl sein KANN. Themen die zum Beispiel in einer achtsamen Yogapraxis im Vordergrund stehen, sind individuelle Bedürfnisse und die Fähigkeit, auf Körper und Geist zu hören. Am anderen Ende des Spektrums würden zum Beispiel Leistungsdruck und konkrete Ziele stehen, wie zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Kalorien zu verbrennen.

Es ist nicht verwerflich, sich davon im Yoga leiten zu lassen, denn ständig in sich hinein zu spüren, kann auch ein wenig anstrengend sein. Manchmal sind die körperlichen oder geistigen Bedürfnisse nicht ganz klar oder schwer zu lesen. An manchen Tagen möchten wir uns vielleicht auch nicht mit uns auseinandersetzen – und das ist auch völlig in Ordnung. Nichtsdestotrotz finde ich es absolut bereichernd, mich in meiner körperlichen Yogapraxis von bewusstem Handeln leiten zu lassen. Ich trage beispielsweise täglich 30 Minuten Yogapraxis in meinen Kalender ein und bewege mich genau so, wie es mir im Moment gut getan hat: Ohne Ziele oder Struktur.

Nun macht die körperliche Yogapraxis aber nur einen Bruchteil der yogischen Philosophie aus. Meditation oder Atemübungen werden auch von dem Prinzip der Achtsamkeit geleitet und dennoch kann man sich dem Thema noch konkreter widmen, beispielsweise bei einer Achtsamkeitsmeditation. Hier wird zum Beispiel der Blick nach innen gekehrt und Körper und Geist gelauscht.

Wie kann ich mehr Achtsamkeit in mein Leben integrieren?

Achtsamkeit kann wirklich in fast jedem Aspekt des Lebens präsent sein – sei es beim Putzen, beim Einkaufen oder auch einfach im Zwischenmenschlichen. Dabei werden die Gedanken immer wieder (liebevoll) zur Gegenwart zurückgeholt, um ganz im Moment zu sein. Es zählt also viel mehr das WIE, als das WAS. Denn Achtsamkeit ist ein Mindset, eine Einstellung, die auf so ziemlich alles angewandt werden kann.

Auch das Spektrum von inhärent achtsamen Praktiken reicht weit über eine klassische Yogapraxis hinaus – auch wenn diese häufig auf eine Art und Weise miteinander verbunden sind. Tagebuch schreiben (Journaling), bewusste Ernährung oder auch kreatives Arbeiten sind alles Übungen, die mit bewusstem Handeln in einem Zusammenhang stehen.

Die Frage ist nun, wo du dir gerne mehr Achtsamkeit wünscht? Beim Essen mit deiner Familie? In deinem beruflichen Leben? In der Zeit für dich? Warum möchtest du etwas verändern? All das sind Fragen, mit denen du dich vorher auseinandersetzen solltest. Besonders empfehlen würde ich dir auch, dich mit Menschen in deinem Umfeld darüber zu unterhalten – vielleicht könnt ihr ja gemeinsam etwas umsetzen?

Schreib mir gerne in die Kommentare, wo du dir mehr Achtsamkeit wünscht und teile diesen Text mit jemandem, den das Thema auch interessieren könnte!

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