Blog

Help! Wer berät mich zu meiner (veganen) Ernährung?

pexels-elle-hughes-1660027
Deutsch / Nutrition / Veganism

Help! Wer berät mich zu meiner (veganen) Ernährung?

Bist du an einem Punkt, an dem du eine Beratung zu deiner Ernährung brauchst? Überfordert dich das Angebot dazu? Dann lass mich dir dabei helfen!

Bist du vielleicht schon länger vegan oder möchtest dich vegan ernähren, bist dir aber unsicher über die Umstellung? Es gibt viele Menschen, die sich mit Ernährung auseinandersetzen, aber welche Person ist die richtige für dich? Die bekanntesten Berufsgruppen sind: Mediziner*innen, Ernährungsberater*innen und Diätolog*innen/Oecotropholog*innen. In diesem Meer an Auswahl, wie sollst du da wissen, wem du vertrauen kannst?

Worauf kommt es an?

Vorweg möchte ich kurz etwas zu mir erzählen, denn ich finde es immer besonders wichtig zu wissen, wer dir Empfehlungen ausspricht: ich habe Diätologie studiert, ein dreijähriges Bachelorstudium auf einer österreichischen Fachhochschule. Obwohl ich selbst nie in dem Beruf gearbeitet habe, begleitet mich das Thema Ernährung seitdem ununterbrochen und in meinem Studium sowie darüber hinaus war ich im Austausch mit unterschiedlichen Berufsgruppen, die sich mit Ernährung beschäftigen.

Mediziner*innen

Vergleicht man die oben genannten Berufsgruppen, so lohnt sich ein Blick auf ihre Ausbildung. Während Ernährung im Medizinstudium an den meisten Universitäten nur eine marginale Rolle spielt, ist natürlich das Wissen zu Krankheiten und dem Körper von Mediziner*innen besonders groß. Allerdings – so meine Erfahrung – beruht ihr Wissen, was Ernährung betrifft, auf eher oberflächlichen Empfehlungen – insbesondere bei “spezielleren” Themen wie der veganen Ernährung, um welche leider sehr viel Unwissen kursiert. Außerdem reicht die kurze Zeit, die man meist in der Arztpraxis verbringt, in meinen Augen kaum aus, um ein konkretes Bild von der Person und ihrem Essverhalten zu bekommen. Mediziner*innen sind aber dann zu Rate zu ziehen, wenn ein Blutbild erstellt werden soll, um die ausreichende Versorgung verschiedener Nährstoffe zu prüfen – was übrigens für alle Menschen sinnvoll ist, nicht nur für Veganer*innen. Auch hier lohnt es sich, jemanden zu konsultieren, der etwas von veganer Ernährung versteht (siehe Liste unten).

Ernährungsberater*innen

Wie sieht es nun bei Ernährungsberater*innen aus – da sollte doch der Name Programm sein? Ja und nein. Wiederum lohnt sich ein Blick auf die Ausbildung, denn Ernährungsberater*in ist kein geschützter Begriff und die Ausbildungen in diesem Bereich variieren zwischen 2 Wochen und 2 Jahren – tendenziell konzentrieren sie sich aber auf einen eher kürzeren Zeitraum. Der Vorteil hier ist allerdings, dass es mittlerweile viele Ausbildungen gibt, die sich nur auf eine pflanzliche Ernährung konzentrieren – was sie von den anderen Berufsgruppen hervorhebt. Ich würde mich daher erst über die Ausbildung einer Person informieren und schauen, ob sie für mich in Frage kommt. Möglicherweise hat sie noch andere Ausbildungen, wie zum*r Heilpraktiker*in, die meiner Lebensweise entsprechen.

Diätolog*innen

Diätologie – nur zur Stelle, wenn ich Diät halten möchte? Falsch, denn “Diät” kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet “gesunde Lebensweise” – auch wenn wir den Begriff heute definitiv nicht mehr damit in Zusammenhang bringen würden. Wie oben schon erwähnt, ist Diätologie in den meisten Ländern eine akademische Ausbildung die drei oder mehr Jahre dauert. Der Fokus zielt dabei auf die Ernährungsberatung von Menschen mit speziellen Erkrankungen oder ihrer Prävention ab und dient dem Sicherstellen, dass eine ausgewogene Ernährung gewährleistet ist. Dabei sollte auch beachtet werden, welche Umstellungen für eine Person realistisch sind, was in meinen Augen ein unumgänglicher Ansatz in der Ernährungsberatung ist. Meistens wird erst eine Ernährungsanamnese erstellt, ein Tagesprotokoll, um einen Überblick über das Essverhalten der Person zu gewinnen. Dies dient als Basis für die Beratung, möglicherweise werden auch einzelne Nährstoffe berechnet. Leider herrscht auch hier zum Teil eine größere Wissenslücke rund um eine vegane Ernährung – aber es gibt mittlerweile viele Diätolog*innen, die sich darauf spezialisiert haben (siehe Liste unten).

Was nun?

Auch wenn die Wahl einer Beratungsstelle immer individuell ausfallen wird, wollte ich zumindest einen Überblick der Berufsgruppen geben. In meinen Augen ist es wichtig zu wissen, wie intensiv sich die Person mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt hat. Die meisten Mediziner*innen sind darum in meinen Augen für eine Ernährungsberatung einfach nicht ausreichend ausgebildet – wenn sie sich nicht gerade mit Ernährungsmedizin auseinandersetzen oder es um eine Ernährungsweise bei einer Krankheit aus ihrem Fachbereich geht. Darüber hinaus fehlte mir in dieser und auch anderen Berufsgruppen häufig das Verständnis von Realismus, also welche Empfehlungen eine*n Patient*in auch umsetzen kann, anstatt einfach nur generelle Ernährungsberatungen herunterzubeten.

Allgemein gilt – in meinen Augen: je spezifischer das Spezialgebiet der Person, desto genauer kennt sie sich wahrscheinlich auch in diesem Bereich aus. Sollte sich die von dir ausgesuchte Person also vor allem mit Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen befassen, dann ist sie wahrscheinlich für die vegane Ernährung nicht die richtige Anlaufstelle. Das lässt sich beispielsweise über die Website herausfinden – oder du rufst einfach an.

Es gibt auf vielen Seiten eine Liste an Personen, die sich auf die vegane Ernährungsweise spezialisiert haben. Eine Frage in einer veganen Gruppe in den sozialen Netzwerken lohnt sich auf jeden Fall auch.

Österreich

Ernährungsberatung

Mediziner*innen

Deutschland

Mediziner*innen

 

Leave your thought here

Your email address will not be published. Required fields are marked *